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Wenn Blinde mit der Bahn auf Reisen gehen, greifen sie nicht auf Fahrpläne in gedruckter Form zurück, denn diese können nicht gelesen werden. Aus diesem Grund bietet es sich an, jegliche Informationen über Fahrzeiten von einem Computersystem zu beziehen. Als eine sehr sinnvolle Möglichkeit bietet sich hierzu die Software namens HAFAS an. Es handelt sich um ein Programm, das unter Windows läuft.
Alle für eine Verbindungssuche notwendigen Daten wie Wunschdatum und -zeit, Start- und Zielbahnhof und eventuelle Zwischenstationen trägt man in eine Art Formular ein und betätigt nach der Eingabe aller Informationen eine Schaltfläche, um die Verbindungen zu suchen. Die anschließend erhaltenen Ergebnisse stehen sowohl in sehr übersichtlicher als auch in höchst detaillierter Form zur Verfügung. Es existieren somit Übersichtslisten aller relevanten Verbindungen innerhalb des gewünschten Zeitraumes, weiterhin gibt es Listen mit Zuginformationen sowie allen Umsteigebahnhöfen, und schließlich kann man auf exakte Streckeninformationen der ausgewählten Züge im Stil der in den Abteilen ausliegenden Faltpläne "Ihr Zugbegleiter" zurückgreifen.
Die Markierung der erforderlichen Verbindungen erfolgt mittels Cursor- bzw. Pfeiltasten. Die Aufforderung, eine detailliertere Darstellung zu wählen, nimmt man mit der Return-Taste vor. Die mausfreie Bedienung bezieht sich aber nicht nur auf diese Funktionen, sondern jegliche Befehle. Beispielsweise den Verbindungsdruck kann man über Tastenkombinationen vornehmen.
Im Rahmen der Versionsgeschichte dieser Software war dies nicht immer der Fall. Zwischenzeitlich nutzt man nämlich bei der Bildschirmdarstellung mehr Farbtöne, als es die Standard- oder Systemfarben von Windows vorsehen. Das kann für Screenreader tödlich sein, denn diese können unter besagten Umständen nicht mehr erkennen, was hervorgehoben ist, und dem blinden Computernutzer bleibt somit dieser wichtige Umstand verschlossen.
Einige angagierte Blinde haben diesbezüglich mit der Firma HACON Ingenieurgesellschaft MbH. Kontakt aufgenommen und den dort beschäftigten Programmierern diesen Umstand erläutert. Das Ergebnis war faszinierend, denn die Entwickler sind auf die Belange der Nutzer von Screenreadern eingegangen und haben optional die Möglichkeit geschaffen, nur die unter Windows üblichen Standardfarben anzuzeigen. Dies wird im Menü "Optionen - Einstellungen" erreicht. Dort ist im Bedarfsfall in der Registerkarte "Farben" die Schaltfläche "Screenreader" zu betätigen, und somit merkt sich das Programm, dass zukünftig nur noch die Standardfarben anzuzeigen sind.
Inzwischen existiert bei neueren Versionen dieser Software eine Automatik, welche die beschriebenen Einstellungen selbständig vornimmt. Im Rahmen der Installation wird festgestellt, ob auf dem betreffenden Rechner ein Screenreader installiert ist. Aufgrund dieser Feststellung gelangt man auf eine Schaltfläche, wo die automatische Einstellung der Farben mit "Ja" zu bestätigen ist.
Die Firma Hacon hat somit ein Beispiel geliefert, indem man auf die Belange von Blinden und Sehbehinderten eingehen kann, wobei gleichzeitig keiner auf Farbgenüsse verzichten muß, sofern er/sie darauf wertlegt.
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1999 © Copyright by Matthias Hänel, Norderstedt
Letzte Änderung 19.9.2006